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Unterwäsche mit einem anderen Schnitt

26 Aug 2022 00:13 #11 von dietmar0815
Hallo Ciajaeg,

wo hast Du die für 14 EUR bekommen? Ich finde hier nur etwas ab 30 Euro aufwärts...

Danke
Dietmar

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26 Aug 2022 12:39 - 26 Aug 2022 12:48 #12 von Ciajaeg
Huhu, die habe ich bei CAMPZ ergattert, aber ich habe schon oft Glück für 20 Euro gehabt, für 40 Euro würde ich die auch nicht kaufen.

Aktuell haben die keine mehr, auch sonst sieht es gerade mau aus, die für Damen gibt es ab 10 Euro, für Herren aktuell leider nicht.

Ich habe noch eine neue Variante von "Gore" in der Post, prinzipiell das gleiche Teil, für 14 Euro inkl. Versand, habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Bis denn und viel Erfolg!

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Polydipsie + Polyurie - chronische Harnretention -
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26 Aug 2022 13:09 - 26 Aug 2022 13:09 #13 von matti
Hallo,

ich verstehe den Wunsch nach Diskretion. Stellt euch aber mal eine Welt vor, wo eine Erkrankung, eine Behinderung oder das Verwenden eines Hilfsmittels kein Makel mehr ist oder als solcher empfunden wird.
Inkontinente haben in der Regel ja „Glück“. Inkontinenz gehört ja eher zu den unsichtbaren Behinderungen. In der Regel entscheiden die Betroffenen selbst, wem sie davon erzählen.

Nicht selten bedarf es dabei aber sehr viel Kraft für das Verheimlichen, verstecken und mitunter auch leugnen (vor sich selbst, dem Partner, Freunden, Arbeitskollegen usw.). Was nicht selten daraus folgt, ist Rückzug, Isolation mit all seinen unschönen Folgen.

Hier wird ja nun in mehreren Beiträgen das möglichst gute Verstecken der benötigten Hilfsmittels diskutiert. Unter den Diskutanten nicht wenige Vereinsmitglieder. Sollten gerade Vereinsmitglieder nicht primär die Enttabuisierung des Themas fördern?

Lest euch doch noch einmal den zweiten Satz in meiner Einleitung durch. Wäre dies nicht oftmals die bessere Lösung mit viel mehr Freude am Leben?

Meine Gedanken zum Thema.

Gruß
Matti
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26 Aug 2022 16:25 #14 von martinK
Hallo zusammen

Matti, ich verstehe Deinen Punkt, dennoch ist es doch ein natürliches Bedürfnis, eigene Intimitäten - und dazu zähle ich Inkontinenzhilfsmittel - nicht öffentlich zu präsentieren. Ich trage immer eine Unterhose darüber, egal in welchem Umfeld ich mich befinde, d.h. auch vor Menschen, die wissen, dass ich Hilfsmittel verwende. Vielleicht bin ich da auch etwas prüde. Es stört mich zum Beispiel, wenn Leute ihre Hosen so tief tragen, dass ihr Pospalt sichtbar ist.

Allerdings habe ich bis anhin auch keine Mühe gehabt, mich entsprechend zu kleiden. Wie bei einigen anderen hier tun Boxershorts oder Sportunterhosen ihren Dienst. Aber vermutlich hängt dies auch von der Anatomie ab.

Meine Erfahrung ist übrigens, dass man gar nicht gross darauf achten muss, seine Inkontinenz zu verstecken; im Alltag achtet niemand darauf. Einzig die Stuhlinkontinenz empfinde ich wegen der Gestanksemission als extrem stressig. Zum Glück habe ich nur selten Unfälle.

Herzliche Grüsse
Martin
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26 Aug 2022 17:50 #15 von Sydney
Hallo
Alles valide Argumente. Trotzdem ich glaube es ist auch ein Unterschied wo man lebt. In der Großstadt (vielleicht einige Bezirke dort ausgenommen) ist es anders als auf dem Land. Grade auf dem Land geht es langsam, wobei eine offensichtliche Behinderungen / Rollstuhlfahrer usw , glaube ich gut akzeptiert werden (meine persönliche Erfahrung) Dagegen Inkontinenz oder LSBTIQ eher weniger. Gewisse Leute fühlen sich provoziert, auch wenn man es nicht verstehen muss. Ich kenne einige Fälle wo gerade aus der LSBTIQ welche weg in Großstädte gezogen sind. Mit einer Inkontinenz werde und will ich mich nicht verstecken, aber werde auch nicht damit für jeden sichtbar oder bemerkbar auftreten. Meine engster Familienkreis weiß um meine Inkontinenz aber mehr muss ich nicht haben. Auch wegen des eventuellen echten oder gestellten Mitleids.
Wenn man also durch Kleidung sich das Leben einfacher machen kann warum nicht. Das sind meine 5 Cents :dry:

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27 Aug 2022 06:25 #16 von MichaelDah
Tja also ich kann Matties Überlegung nachvollziehen - allerdings glaube ich auch, das unsere Gesellschaft immer noch nicht besonders aufgeschlossen mit Behinderung umgeht. Wer eine Behinderung hat wird häufig erstmal über seine Behinderung wahrgenommen - die Personen dahinter tritt dann oft erstmal in den Hintergrund.

Das ist traurig und ärgerlich. Aber genau aus dieser Erfahrung heraus kann ich auch verstehen das man bemüht ist sein Problem zu verbergen. Das gilt denke ich nicht nur für das Thema Inkontinenz sonder genauso für alle anderen Behinderungen. Natürlich kann man damit offensiv umgehen und das macht in vielen Situationen auch absolut Sinn - nämlich überall dort wo es mir das Leben einfacher macht weil verstecken zu anstrengend ist.

Allerdings gibt es auch mindestens genauso viele Situationen wo das eher nicht der Fall ist. Das Thema Ausscheidungen wird halt als eklig bewertet und niemand will etwas damit zu tun haben. Arm ab, Bein ab oder nicht laufen können ist schlimm - aber für einen Außenstehenden irgendwie noch verständlich weil offensichtlich und nicht eklig. Wenn jemand seinen Harn oder Stuhl nicht mehr halten kann, tritt leider oft auch das am Anfang gesagte ein: Man wird über seine Behinderung wahrgenommen und das ist halt erstmal deutlich abstoßender als vielleicht eine Krücke oder ein Rollstuhl.

Warum soll ich es mir denn schwerer machen als ich es muss? Vielleicht habe ich dieses Problem ja noch nicht lange genug um damit so offensiv umzugehen. Ich kann von mir nur sagen, das ich oft genervt und frustriert davon bin und es mich mich einfach nur runter zieht - auch wenn ich vielleicht nicht so wirke. Da will ich dann auch nicht auf mein Problem angesprochen werden. Natürlich liegt das auch an mir und natürlich kann man jetzt sagen „mach dich mal locker“ - aber sorry - das ist halt nicht so einfach und am Ende auch ein Lernprozess bei dem man positive - aber auch negative Erfahrungen macht.

Das was Blinki geschrieben hat trifft die Sache wahrscheinlich auch recht gut: Bei jemand der im Rollstuhl sitzt wird so ein Problem eher erwartet als bei jemand der äußerlich ganz gesund und mobil erscheint. Am Ende ist es halt immer die Frage in wieweit man vermeintlichen gesellschaftlichen Regel und Vorurteilen entsprechen oder sie in Frage stellen will.

Sich auf Vereinsebene für Aufklärung und Akzeptanz einzusetzen ist das eine - das im privaten Leben auch umzusetzen sicher noch mal etwas anderes.

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27 Aug 2022 07:16 - 27 Aug 2022 07:33 #17 von stephanw
Hallo zusammen,

ich sehe es so wie Michael. Die Gesellschaft ist bei weitem nicht vorurteilsfrei und Behinderung wird leider immer noch sehr stark auf die betroffene Person projeziert, im Sinne von "kann nichts", "armes Menschlein", "da muss man Mitleid haben" oder auch, dass das Problem bei jedem Gespräch thematisiert wird. Genau solche Attribute will ich aber nicht von meinem Umfeld zugesprochen bekommen, da mich meine Behinderung psychisch sowieso schon stark genug mitnimmt, heißt ich hadere mit mir selbst. Jeder mag damit anders umgehen können, manche offener als andere, ich kann das allerdings nicht. Ich bin seit über 4 Jahren in regelmäßiger Psychotherapie und anfänglich war die Offenheit ein Therapieansatz meiner Psychologin - mir gelingt es aber nicht, das auch nur im Ansatz umzusetzen. Sie hat das zum Glück verstanden und versucht mit mir insbesondere an meiner inneren Akzeptanz zu arbeiten, als mich mit "Transparenzoffensiven" zu quälen. Ich bin z.B. mächtig stolz darauf, dass ich es mittlerweile wieder schaffe, in den Urlaub zu fahren und an einen öffentlichen Strand zu gehen, auch wenn mich das sehr viel Kraft kostet, weil dort eine Inkontinenz "zu verstecken" wirklich nicht einfach ist. Danach bin ich völlig fertig und brauche erstmal 1-2 Tage "Erholung", bevor ich wieder irgendwas anstrengenderes machen kann - aber ich gehe hin und habe etwas Normalität mit meiner Familie. Bei mir weiß von meiner Inkontinenz im privaten Umfeld nur meine Frau, meine Tochter hat es mittlerweile auch gecheckt das ich Windeln trage. Mein Chef weiß, dass ich schwerbehindert bin, ich bin vage geblieben was die genaue Ursache ist, geht ihn auch nichts an. Aber ansonsten weiß es niemand. Das alles bedeutet aber nicht mal ansatzweise, dass ich mir nicht wünsche, dass das Thema Inkontinenz in Zukunft in Öffentlichkeit als ganz normal wahrgenommen wird. Und genau aus diesem Grund bin ich Mitglied im Verein geworden, damit an der Erreichung des Ziels konzentriert gearbeitet wird. Und ich nehme wahr, dass in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit viel offener über das Thema gesprochen wird, Firmen wie Tena zur Primetime Werbung für Inkontinenzprodukte schalten, Betroffene Anlaufstellen finden sich zu informieren etc. Für mich persönlich ist allerdings klar, dass ich in meinem privaten Umfeld keinen "Kampf an vorderster Front" selbst führen will. Dazu bin ich nicht in der Lage.

Grüße
Stephan

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27 Aug 2022 08:37 #18 von mich
Ich bin zwar nur Harninkontinent, aber ich kann auch mit einer "Badehose" an den Strand. Es muss ja nicht die enge straff anliegende sein, es gibt so schöne Shorts. Ich trage da auch keine Einlage, sondern eine Penisklemme. Das ist für viele unbekannt, ich habe aber schon vor vielen Jahren hier einen Tip hier im Forum bekommen. War damals schade, dass ich mich nicht direkt beim Forummitglied bedanken konnte. Die, die man angezeigt bekommt im Internet, wären bei mir nicht genommen worden. Ich habe eine spezielle aus ich glaube aus Spanien. Von dort wurde sie ausgeliefert.

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27 Aug 2022 09:29 #19 von hippo80
Hallo.
Ich finde diese Diskussion sehr interessant, weil sie die verschiedenen Sichtweisen darlegt. Ich selbst gehöre aber auch zu denen, die das Tragen von Inkontinenzmaterialien nicht offensichtlich zur Schau stellen möchte. Das hat nichts mit Nichtazeptajz zu tun. Ich möchte schlichtweg auch bei keinem anderen die Unterwäsche zu sehen bekommen. Ich finde es ehrlich abstoßend, wenn sich Menschen bücken und ich den halben Intimbereich zu sehen bekomme. Und genausowenig möchte ich eben Hilfsmittel zur Inkontinenz zu sehen bekommen. Im Übrigen schätzen es auch Ärzte, Pflegekrääfte und Therapeuten, wenn das das IKM nicht das erste ist was man sieht, wenn die Hose runter gezogen wird.
Es ist schön, wenn man offen mit seiner Erkrankung umgeht, aber es ist und bleibt der Intimbereich. Und dieser ist meines Erachtens auch zu verdecken, weil eben nicht jeder Einblick haben möchte. Deshalb von Nichtakzeptanz der Erkrankung/Behinderung auszugehen finde ich sehr weit hergeholt.
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27 Aug 2022 12:16 - 27 Aug 2022 12:16 #20 von Ciajaeg
Hallo Matti,

ich mache da durchaus Unterschiede beim "Thema".

Mein Umgang mit ISK, Kathetern und Beinbeuteln ist ein völlig anderer, als meiner mit saugenden Hilfsmitteln.

Vielleicht ist das völlig unbegründet, aber ich habe eben die Befürchtung, dass saugende Hilfsmittel ab eines gewissen Typs eher nicht so gut akzeptiert werden. Ich habe beim Sport eine Zeitlang Pants tragen müssen, diese habe ich in der Umkleide diskret behandelt aber jetzt auch nicht extrem versteckt.
Mit meinen "normalen" Attends 8L / 10L würde ich das auf keinen Fall machen. Die einzige Ausnahme ist das Krankenhaus bzw. bei Ärzt:innen, da gehe ich so damit um, wie du dir das vermutlich vorstellst, aber die wissen ja eh alle Bescheid. In meiner Familie, meinen Freundes und im Bekanntenkreis weiß zwar vermutlich jeder, dass ich Katheter verwende aber niemand, dass ich zusätzlich auf Vorlagen / Windeln angewiesen bin.

Klinkt seltsam, ist aber so.

Bis denn

Ciajaeg

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