file Frage Blasenentleerungsstörung Urodynamik Werte

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 1 Woche her - 2 Monate 1 Woche her #53004 von Dasch
Hallo zusammen,

ich habe mich schon länger nicht mehr gemeldet, ich schaffe es im Momen t durch meine Erkrankungen leider selten hier zu lesen und zu schreiben. 

Kurz zu mir:
Ich habe folgende Diagnose: eine neurogene Blasenentleerungsstörung mit Detrusorunteraktivität, stark vermindertem urethralem Verschlussdruck, rotatorischem Urethradefekt und Trichterbildung der Harnröhre.


Bei mir wurde vor 3 Wochen erneut eine Urodynamik gemachet. Leider war der Arztbericht sehr unvollständiug. Auf nachfrage nach einem ausführlicheren Bericht mit allen Werten wurde mir einfach Ausdrucke der Urodynamik geschickt. Kann mir jemand helfen, die Werte der Urodynamik einzuordnen? Ich hänge Bilder an.
BIsher habe ich folgendes Verstanden:
Sensibilitätsstörung der Blase / fehlender Harndrang
Die Blasennerven melden die Füllung nur vermindert oder verspätet. Eine Drucksteigerung in der Blase findet wegen der Detrusorunteraktivität kaum statt, sodass auch größere Füllmengen nicht wahrgenommen werden.

Schwere Stressinkontinenz (Grad II–III°)
Durch den pathologisch niedrigen Verschlussdruck und die Trichterbildung der Urethra kommt es bei Belastung zu einem sofortigen Öffnen der Harnröhre. Der Sphinkter kann den Defekt nicht kompensieren.

Reflexentleerungen / vollständige Entleerungen ohne Vorwarnung
Bei einem bestimmten Druckpunkt (oft ohne vorherigen Harndrang) öffnet sich die Harnröhre trichterförmig, wodurch innerhalb weniger Sekunden große Mengen Urin austreten (bis zu 700 ml). Die Entleerung erfolgt schneller, als sie sensorisch wahrgenommen wird.

Inkontinenz
Trotz Einmalkatheterisierung tritt oft unmittelbar danach Urinverlust auf, da die Niere kontinuierlich weiterproduziert und die Urethra aufgrund der Instabilität bereits bei kleinsten Füllmengen nachgibt.  Wollte direkt nach ISK in die Sauna bzw. Schwimmen, trotzdem kommt es zu Urinverlust. 

Restharn
Ich habe schwankende Restharnmengen (50–300 ml), vollständig fehlender Harndrang und Unfähigkeit, spontan zu miktionieren, vor allem bei hohen Füllmengen (Bauchpresse).

Beckenbodentraining hilft nicht für die Inkontinenz
Aufgrund der anatomischen (rotatorischer Defekt, Trichterbildung) und neurologischen Komponenten ist eine Kraftsteigerung des Verschlussapparats nicht möglich. Der Sphinkter kann durch Training die strukturelle Öffnung der Urethra nicht abdichten.

Eine weitere Op oder ein künstlicher Schließmuskel kommt laut meinen Ärzten nicht in Frage. 
Wenn ich es ric htig verstanden habe, dann wird sich die Blase nicht merh verbessern, da ich Nerven- und Muskelschäden habe .

@Martin
ich glaube du hast mich mal gefragt, ob ich trotz ISK saugstarke Inkontinenzhilfen trage, ich kann den Kommentar nicht mehr finden.
Ja, ich bin trotzdem auf saugstarke Hilfsmittel angewiesen undtrage weiterhin die Attends Flex 10 S

Viele Grüße 
Daniela

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • martinK
  • martinKs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 1 Woche her #53006 von martinK
Liebe Daniela

Ich bin kein Experte im Bereich der Urodynamik, vielleicht schreibt Michael ja noch etwas, er kennt sich damit sicher viel besser aus. Am besten wäre es natürlich, wenn die Ärztin oder der Arzt mit Dir die Werte besprechen würde. Ich machte bei der Langzeiturodynamik eine ähnliche Erfahrung. Da wurden sehr viele Werte gemessen, aber nicht wirklich diskutiert oder interpretiert 

Wenn ich mir die Kurven und Werte anschaue, so passen sie meinem Verständnis nach ganz gut zum Bericht, auch wenn dieser sehr dünn gehalten ist. Du verlierst beim Hustentest (?) Harn bereits bei 57 ml Blasenfüllung und geringem Blasendruck Pves und wenn Harn fliesst, so ist die maximale Flussrate Qmax sehr gering. Ich vermute, dass unter anderem diese Aussage wie auch der geringe Detrusordruck während der Urodynamik die schlaffe Blase und die Belastungsinkontinenz erklären. Aber ja es gibt eine Menge anderer Messwerte und Daten, die ermittelt werden. Ich frage mich ob der Arzt oder die Ärztin sich alles so genau angeschaut hat. Möglicherweise war das Gesamtbild so klar, dass keine Notwendigkeit für eine detaillierte Analyse gesehen wurde.

Es ist schon interessant, wir sind beide schwer inkontinent mit diametral unterschiedlichen Problemen:ohmy:.Und Dein Restharn kommt von der schlaffen Blase, während bei mir der spastische Sphinkter dafür verantwortlich ist. Da bei uns beides, Blase und Sphinkter nicht funktionieren, ist die Lösung der Entleerungsstörung nicht trivial. Du scheinst aber gut mit dem ISK zurechtzukommen, das ist super! Hilft Dir denn das Pessar etwas?

Nach den letzten Erfahrungen habe ich beschlossen, mich von der Sache nicht stressen zu lassen. Ich komme im Alltag mit den Hilfsmitteln gut zurecht und werde bis auf weiteres nichts medizinisch unternehmen, ausser den Zustand von Blase und Niere regelmässig kontrollieren zu lassen.

Herzliche Grüsse
Martin
 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 1 Woche her #53007 von Dasch
Hallo Martin,

ich habe im Januar meinen nächsten Termin, da werde ich die Werte alle nochmal erklären lassen. 

Ja, ich verliere beim Husten, aufstehen, gehen... auch bei geringer Blasenfüllung, Urin. Während der Urodynamik kam es allerdings nicht zu einer Reflexentleerung. 
Ich spüre keinen Harndrang und auch nicht die Restharnmengen. Die erste Uroflow Messung wurde direkt nach Spontanurin gemacht, deshalb nur 32 ml. Im Ultraschall wurden 220 ml gemessen, bei der Katheterisierung kamen dann aber fast 300 ml. 
Bei der Urodynamik wurde die Blase bis 400 ml gefüllt, dazwischen sollte ich Husten. 
Ich habe nicht ganz verstanden, ob die Blase gar nicht mehr arbeitet und der Spinghter nicht mehr schließt, und ob das alles durch die Nerven- und Muskelschäden kommt. 

Mit dem ISK komme ich einigermaßen zurecht, allerdings hatte ich gehofft, danach eine Weile Kontinent zu sein. Leider ist es nicht so.
Vor ca. zwei Wochen kam es in der Sauna schon 10 Min nach Kathetherisierung zu Urinverlust. Zum Glück war es nicht viel, ich war mit meinem Mann gerade alleine und das Handtuch hat alles aufgesaugt. Ich hatte dann auf der Liege keine Ruhe mehr und immer Angst, dass es zu weiteren Urinverlusten kommt. 
Zusätzlich habe ich ständig Harnwegsinfekte, dadurch musste die Urodynamik auch verschoben werden. Ich spüre es nicht richtig, oft riecht der Urin dann anders und teste dann den Urin. Antibiotika nehme ich nicht mehr bei jedem Infekt, nur wenn Fieber oder Schmerzen(Nieren/Rücken) dazu kommen. sonst versuche ich es mit viel trinken, D-Mannose und Angocin. 

Das Pessar passt leider nicht, es ist zu groß und dichtet dadruch die Urethra nicht richtig ab. Bei den ersten Trageversuchen habe ich krampfartige Schmerzen von der Blase bis zu den Leisten/Unterbauch bekommen. Ich hoffe, dass es daran lag, dass es nciht richtig passt. Ich bekomme jetzt eine Nummer kleiner. Allerdings soll ich es nicht dauernd tragen, nur zum Sport, Sauna, oder wenn etwas besonderes ist. 

Mit den Hilfsmittel komme ich immer noch nicht so gut zurecht, es passiert mir immer wieder mal, dass die Hilfsmittel auslaufen. Meistens, wenn sich innerhalb kürzer Zeit die komplette Blase entleert. Erst heute wieder bei Fahrrad fahren. Wahrscheinlich passt meine Körperform nicht zu Hilfsmitteln und ich bewege zu viel;)

Nach der Urodynamik hat der Arzt auf meine Nachfrage bestätigt, dass sich die Nerven der Blase wohl nicht mehr komplett regenerieren können. Ich muss mich also darauf einstellen, dass ich dauerhaft ISK und Hilfsmittel benötige. Am Anfang dachte ich noch, dass das bestimmt schnell wieder weggeht:( 

Aber ich möchte jetzt nicht Jammern, ich versuche trotzdem alles weiter zu machen wie früher und bin froh, dass sich mein Darm nach dem Absetzen der Medikamente wieder alles beruhigt hat und ich keine Stuhlinkontinenz habe. 

Herzliche Grüße
Daniela
 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Vallie
  • Vallies Avatar
Mehr
2 Monate 1 Woche her #53008 von Vallie
Hallo Daniela,

da ich gerade gelesen habe, dass Du es mit einem Pessar versuchst, möchte ich Dir kurz meine Erfahrung in ähnlicher Richtung schildern.
Anfang des Jahres hatte ich mich in einer Urologie wegen eines künstlichen Sphinkters beraten lassen, der jedoch bei mir nicht in Frage kommt. 
Alternativ wurde mir ein Vaginaltampon zum Testen mitgegeben. Wenn ich es richtig einordne, sollen sowohl Pessar als auch Vaginaltampon von innen Druck auf die Harnröhre auslösen, um bei einer Belastungsinkontinenz den spontanen Urinverlust zu vermeiden.
Wie bei Dir kann ich mir auch nach dem Kathetisieren nicht sicher sein, erstmal Ruhe zu haben, die Nieren produzieren halt fröhlich weiter.  Für mich waren Schwimmen oder Sauna völlig unvorstellbar. Das hat sich mit den V.Tampons geändert. Anfangs sah es sogar so aus, dass ich damit richtig kontinent bin, leider hat sich das nicht bewahrheitet. Wenn ich anderthalb Stunden nach dem letzten ISK losjogge, bin ich leider nicht mehr safe. Aber zum Schwimmen funktioniert es gut, oder halt Sport direkt nach ISK.
Es war nur ein einmaliger Termin in einer anderen Stadt, insofern habe ich  jetzt keinen Ansprechpartner mehr diesbezüglich. Ich habe es so verstanden, ob Pessar oder V.tampons empfohlen werden hängt auch davon ab, womit das medizinische Personal vertrauter ist.
Ich musste kürzlich für einige Wochen auf den Einsatz der V.tampons verzichten und habe dabei erst wieder gemerkt, wie krass meine Inkontinenz sich dann bemerkbar macht.
Allerdings haben sie bei mir auch einen sehr unangenehmen Nebeneffekt. Durch die Nervenschädigung sind bei mir im ganzen Beckenboden-/Blasen-/Darmbereich die Empfindungen arg durcheinander. Der ausgeübte Druck ist bei mir auch im Darm zu spüren und ist meist so massiv, dass ich sie zeitlich nur sehr begrenzt einsetzen möchte. Vor der Möglichkeit, Pregabalin gegen Deafferentierungsschmerzen einzusetzen, scheue ich noch zurück.
Ein recht großer Wehrmutstropfen.

Falls Du mit der richtigen Pessargröße zurecht kommst, wünsche ich Dir eine vergleichbar gute Wirkung, das verschafft echt wieder mehr Handlungsspielraum.

Grüße von Valerie

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • martinK
  • martinKs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 1 Woche her #53009 von martinK
Hallo Daniela

Meinem Verständnis nach hast Du in der ersten Füllphase (0-300 ml) drei mal Harn verloren. Man sieht das Auf dem Blatt 1, erstens oben bei den Messkurven und zweitens im Feld "LeakPoint-Ergenisse". Wenn ich mit die Drück anschaue, geschah der Urinverlust provoziert (vermutlich wurdest Du da aufgefordert zu Husten). Nach den 300 ml wurde der Messkatheter zurückgezogen, um das Transmissionsprofil des Drucks zu messen; ich fühle mich nicht kompetent, um die Werte zu kommentieren.Zu guter letzte wurde die Blase noch auf 407 ml gefüllt. Wie ich die Aussagen interpretiere, hast Du ausser bei den provozierten Tests keinen Harn verloren.

Meine Erfahrungen mit der Urodynamik sind, dass die Situation im Alltag nur bedingt simuliert werden kann. Aus diesem Grund wurde bei mir die Langzeiturodynamikmessung durchgeführt. Obwohl sie besser war, als die Messung, bei welcher ich immobil auf dem unbequemen Untersuchungsstuhl sass, war auch diese Messung nicht ganz repräsentativ. Der eingeführte Katheter reizte meine Blase zusätzlich, so dass ich viel mehr Blasenkontraktionen und häufiger Urinverlust hatte als sonst (was bei mir einiges heisst :unsure:). 

Ich kann mich nach ISK darauf verlassen, dass ich für mindestens 30 Minuten Ruhe habe. Insofern kann ich mir Schwimmen und Sauna einrichten. Auch die Hilfsmittelhalten bei mir dicht, da bin ich sehr froh darum.

Nachdem ich sehr lange keine Probleme mit der Stuhlkontrolle hatte, erwischte ich letzte Woche einen Infekt, der einen  Neuropathieschubauslöste. Seit dannkann ich den Anusschliessmuskel nicht mehr richtig ansteuern und habe wieder Probleme. Das ist ein ziemlicher Mist, ich fühle mich wie Sisyphus...

Herzliche Grüsse
Martin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • MichaelDah
  • MichaelDahs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 6 Tage her - 2 Monate 6 Tage her #53010 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Blasenentleerungsstörung Urodynamik Werte
Hallo Daniela,

Sorry, wenn meine Antwort jetzt einen Moment länger gedauert hat - aber ich musste mir das alles auch noch mal durchlesen… Wie immer alles ohne Gewähr als Diskussionsvorschlag für den Arzt.

Wie beim letzten Mal ist auch dieses Mal keine Urodynamik im eigentlichen Sinn, sondern eine Uretradruckprofil-Messung durchgeführt worden. Diese Messung verwendet man dafür, eine Belastungsinkontinenz besser zu verstehen, aus ihr kann man nur wenig Rückschlüsse auf die dynamische Drucksituation / Reaktion der Blase bei Füllung ziehen.

An der Profilmessung hat sich verglichen mit der letzten Untersuchung kaum etwas geändert - es wurde halt eine Belastungsinkontinenz festgestellt.

Das aus meiner Sicht wichtigste - und hier vermutlich auch wegweisende Ergebnis ist, das ist der aufgezeichnete Uroflow. Während die Messung vor deiner OP im Normbereich lag, zeigt sie jetzt ein sehr schlechtes Ergebnis, von dem man allerdings die Ursache nicht ableiten kann. Hierfür wäre tatsächlich eine urodynamische Untersuchung notwendig, die aber nicht stattgefunden hat.

Meiner Meinung nach solltest du unbedingt eine Zweitmeinung zu dem Thema einholen und das mal in einer anderen Klinik messen lassen (da mit einer richtigen Urodynamik), denn aus der Epikrise ergibt sich der Verdacht, dass bei der OP das Netz zu straff eingesetzt worden ist.

Ich staune ehrlich gesagt etwas darüber, wie hier ein Detrusor-Defekt oder eine neuroge Ursache in Betracht gezogen wird, ohne überhaupt die passende Untersuchung dafür durchgeführt zu haben. Natürlich ist eine sensorische und eine Dehnungsschädigung der Blase möglich, allerdings sollte das urodynamisch auch belegt werden. 

Da eine solche Schädigung vor der OP nicht vorlag, wäre auch die Frage nach der Ursache zu stellen - auch deshalb ist eine unabhängige Zweitmeinung wichtig. Bezüglich der Urodynamik und der Untersuchung würde ich folgende Punkte mit dem Arzt besprechen:

  • Wie hoch ist das Volumen der Blase? Wenn nach der Miktion noch 200 - 330 ml Restharn drin sind, wird das vermutlich eher 500ml oder mehr sein. Das ist für die UD wichtig, denn wenn man nur bis 400ml füllt, sieht das aus wie eine schlaffe Blase - insbesondere dann, wenn die Blase selbst hypercomplient ist - ein Indiz dafür ist, dass während der Füllung der Detrusordruck gleich geblieben ist (das kann hier nur als Indiz gewertet werden, da man das aus der Profilmessung nicht richtig ableiten kann). Wichtig wäre das bei der UD mit anzugeben und darum zu bitten, mit mindesten 500ml zu füllen - vorzugsweise im Stehen oder Sitzen, weil im Liegen die Blase nicht so schnell getigert wird.

  • Zu klären wäre, ob und inwieweit eine Überdehnung auch den Muskel geschädigt hat und ob er überhaupt geschädigt ist. Dagegen spricht, dass eine Spontanmiktion noch möglich ist.

Diese Frage kann durch den durchgeführten Uroflow nicht beantwortet werden - hier sieht man nur, dass es nicht mehr richtig läuft. Im Prinzip können zwei Ursachen zu dem schlechten Uroflow-Ergebnis geführt haben: Entweder ist die Blase tatsächlich schlaff - das würde aber sehr merkwürdig sein, da vor der OP ja noch alles in Takt war. Oder das Netz ist falsch eingesetzt worden, was jetzt zur Obstruktion führt - hierauf würde auch die zeitweise SBK-Versorgung hindeuten. In dem Fall müsste das so schnell wie möglich korrigiert werden, denn das wird umso schwieriger, je besser da Netz verwächst.

Sorry, wenn das jetzt nicht die besten Nachrichten sind, aber ich denke, es wäre schon wichtig, das noch mal von einer unabhängigen Seite gegenchecken zu lassen.

Viele Grüße
Michael

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 6 Tage her #53013 von Dasch
Hallo zusammen,

@Valerie vielen Dank für deine Erfahrungen. Schön, dass du damit gut zurecht kommt und einen Weg gefunden hast. Ich hoffe, dass es bei mir auf funktioniert 
Ja, genau. Das Pessar soll Druck auf die Urethra ausüben. Vor meiner Op hatte ich ein Würfelpessar wegen der Senkungen. Das hat für den Urinverlust leider nicht geholfen und soll ich jetzt nicht mehr nehmen. Der Arzt hat mir jetzt den Arabin urethraring aufgeschrieben, dieser soll mehr Druck ausüben und für mich besser geeignet sein als Vaginaltampons. Ich habe immer wieder HWI und sehr trockene Schleimhäute. 
Funktioniert der Vaginaltampon beim Schwimmen? Saugt er sich nicht schnell voll? 

@Martin ja, ich war auf dem Gyn-Untersuchungsstuhl und es hat sich komplett anders verhalten als im Alltag. Ich hatte tatsächlich nur beim Husten Urinverlust. Selbst beim aufstehen kam kein Urin. 
Auch das mit dem Spontanurin und Restharn klappt manchmal besser, und dann gibt es Tage wie bei der Uroflowmessung, da kommt  Urin und es bleibt viel Restharn.
Das du wieder einen Neuropathieschub hattest, und dadurch wieder Schwierigkeiten mit der Stuhlkontrolle, tut mir leid. Ich kann dich so gut verstehen, ich habe auch immer wieder das Gefühl, sobald etwas wieder besser wird, oder ich damit zurecht komme, dann kommt etwas neues dazu, und ich falle wieder ganz weit zurück (leider auch mit meinen anderen Erkrankungen, deshalb konnte ich lange hier auch nicht schreiben). 
Aber selbst Sisyphus hatte jeden Tag die Wahl weiterzugehen. Und du bist nicht weniger stark als er.

@Michael Das ist sehr hilfreich, mir ist es gerade etwas zuviel auf einmal, das muss ich nochmal in Ruhe durchgehen, dann melde ich mich nochmal.

Viele Grüße 
Daniela
Folgende Benutzer bedankten sich: martinK

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Vallie
  • Vallies Avatar
Mehr
2 Monate 6 Tage her #53014 von Vallie
Hallo Daniela,

dann hast Du ja schon Erfahrung mit Pessaren, vielleicht sollte ich das auch mal alternativ zu den V.Tampons ausprobieren.Wirst Du da über die Urologie oder Gynäkologie betreut? 
Ich war im Nachhinein etwas erstaunt, dass das Thema bei mir erst nach einigen Anläufen angesprochen wurde, aber immerhin. Nein, Vollsaugen ist beim Schwimmen nicht das Problem. Aber wie bei Dir und bei Martin muss ich mich auch mit der Herausforderung herumkloppen, ein Problem gelöst zu glauben und mit dem nächsten konfrontiert zu werden. Bei mir kommt die neurogene Blasenfunktionsstörung vom Cauda- Equina- Syndrom,  von einem Bandscheibenvorfall  ausgelöst. Die zugrunde liegenden Rückenschmerzen sind leider nicht passé.
Und entgegen der Idee, dass Schwimmen da hilfreich ist, verschlimmert es bei mir leider weiterhin den Schmerz. Ich hatte gehofft, dass wäre nach dem Bandscheibenvorfall passé, zu früh gefreut. Ich liebe es, stur meine Bahnen zu ziehen, gerne mehrmals die Woche, aber da ist momentan nicht dran zu denken.
Da bei der Nervenschädigung der ganze Beckenboden ausgeknockt wurde und alles erstmal „runtergekracht“ ist, haben sich auch alle betroffenen Organe verschoben inkl. Uterus, das macht die Benutzung der V.tampons zusätzlich unangenehm. Bei mir klappt der Aspekt, dass sie auch bei Senkungsproblemen helfen sollen nicht, es verursacht hingegen zusätzliches Missempfinden.
Aber da gilt es halt abzuwägen.
Du hast geschrieben, dass Du selbst mit den Attends Flex 10 nicht immer sicher bist, das hat mich echt berührt. Sie scheinen vergleichbar mit den Seni Optima, von denen ich mal ein Probeexemplar hatte und sehr angetan war von der Sicherheit, die sie mir gegeben haben. In den letzten Wochen, seit es wieder kälter und meine Inkontinenz stärker ist, ist es mir zweimal passiert, dass ich auf ganz ruhigen Spaziergängen nicht das richtige Hilfsmittel hatte. Ich habe mich dann auf Seitenwegen nach Hause geschlichen, weil ich nicht wusste, was man von hinten sieht.
Aber nach der Anfangszeit, in der ich immer maximal versorgt sein musste, will ich jetzt nicht immer auf Nummer Sicher gehen, was meist zum Glück auch nicht nötig ist. Allerdings ist es dann schon frustrierend, wenn die Blase unerwartet rumspinnt. Ich bin da immer noch am Experimentieren.

Liebe Grüße von Valerie

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • martinK
  • martinKs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 6 Tage her - 2 Monate 5 Tage her #53016 von martinK
Hallo zusammen

Daniela, danke für die Nachricht.

      „Aber selbst Sisyphus hatte jeden Tag die Wahl weiterzugehen. Und du bist nicht weniger stark als er.“

:-), dies hat mich zum Schmunzeln gebracht, danke! Der französische Schriftsteller Alber Camus schrieb, dass Sisyphus ein glücklicher Mensch gewesen sei, weil er eine Lebensaufgabe hatte. So kann man das ewige Strampeln im Hamsterkäfig auch positiv sehen… Ich hoffe auf alle Fälle, dass es bei Dir mit der Essstörung auch wieder aufwärts geht. Bei mir weiss ich inzwischen, dass die Immunglobulintherapie Wunder bewirkt; es braucht einfach Zeit, und ich muss versuchen, mich nicht zu überanstrengen und Infekte vermeiden. Derzeit trage ich eine Maske, wenn ich Tram, Bus oder Zug fahre. Ist ein seltsames Gefühl, wenn Du der einzige bist, der dies tut, aber besser als wieder angesteckt zu werden.

Bei mir ist der Restharn auch schwankend. Nach dem Rückfall bleibt bei mir derzeit vermutlich mehr in der Blase zurück. Meine Entleerungen laufen nun auch wieder vermehrt mit Unterbrüchen ab. Manchmal entleere ich alle 5-10 Minuten ein wenig. Nun versuche ich wieder mit Entspannungsübungen den Beckenboden zu lockern. Wenn ich merke, dass Harn fliesst, versuche ich mich zu entspannen, so dass die Blase sich möglichst komplett entleeren kann. Dem Verlust entgegenzuwirken zu wollen oder umgekehrt zu pressen ist bei mir kontraproduktiv. Dann dreht der Blasenschliessmuskel durch.

Ich war wie Michael auch etwas erstaunt darüber, dass die Füllzystometriemessung bei Daniela bereits bei 400 ml beendet wurde, vermutlich hätte man mit einer grösseren Füllmenge mehr über den Zustand der Blase gelernt. Daniela, das würde ich auf alle Fälle im Januar ansprechen, vermutlich gab es einen Grund dafür. Bei mir wurde zweimal, als mein Blasenschliessmuskel beschloss, die Untersuchung zu boykottieren und sich zu verkrampfen, erst bei 800-900 ml abgebrochen.

Ich verstehe nicht, weshalb man die Patienten bei der Urodynamik nicht zumindest etwas im Raum bewegen lässt oder zumindest die Körperposition variiert. Das liesse sich Messtechnisch problemlos umsetzen und für gewissen Messungen könnte man ja für die benötigte Zeit eine feste Position vorsehen. Gerade, wenn Probleme im Beckenboden vorliegen, ist das Verbleiben in einer Sitzposition kontraproduktiv für das Messergebnisse.  

Valerie, wie schwimmst Du? Meine Frau hat auch einen Bandscheibenvorfall, sicher nicht so schlimm wie nicht bei Dir, aber sie meint, dass sie sich beim Rückenschwimmen am wohlsten fühlt. Allerdings hat sie auch beim Brustschwimmen keine Schmerzen. Würde es sich lohnen, dies mit einem Physiotherapeuten, der auf Wassertherapie/Schwimmen spezialisiert ist, anzuschauen?

Daniela, dass Du noch keine wirklich zuverlässige Lösung für die Hilfsmittel gefunden hast, tut mir leid. Ich weiss selber, wie wichtig es ist, dass das Hilfsmittel im Alltag nicht versagt. Möglicherweise hast Du Pech, dass Du relativ viel Harn auf einmal verlieren kannst (mehr als ich zumindest) und Dir nur Hilfsmittel mit Grösse S passen, die naturgemäss weniger Harn aufnehmen können als vergleichbare Hilfsmittel mit Grösse M. Vom Hüftumfang her kann ich bei den Attends Adjustable M tragen, aber wenn ich im voraus weiss, dass ich länger nicht wechseln kann, verwende ich die Grösse L, welche signifikant mehr Harn speichern kann. Ich kann mich daran erinnern, dass Du es M versucht hattest, und es ging nicht. Vielleicht lohnt es sich, noch einige Produkte zu testen und allenfalls je nach Situation, ein anderes Hilfsmittel einzusetzen.

Herzliche Grüsse
Martin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • martinK
  • martinKs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
2 Monate 6 Tage her #53017 von martinK
Lieber Michael, Matti

Könnt Ihr bitte den oberen meiner beiden letzten Beiträge löschen, der wurde vermutlich aus Versehen abgesendet. Ebenfalls habe ich immer noch nicht herausgefunden, wie man seinen Eintrag im Nachhinein bearbeiten kann. Ich würde gerne aus dem „Code“ ein Zitat machen. Wenn ich auf „Aktion“ anklicke, erschient die Option bei mir nicht. Das war im alten Forum einfacher.

Vielen Dank und herzliche Grüsse

P.S.: Ihr könnt danach auch diesen Beitrag löschen. Er passt ja nicht in den Thread von Daniela.  

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.387 Sekunden

Sie sind nicht allein! Besucher: Heute 1.632 | Gestern 4.109 | Monat 95.717 | Insgesamt 11.807.435