file Frage Blasenentleerungsstörung Urodynamik Werte

  • Vallie
  • Vallies Avatar
Mehr
1 Monat 2 Wochen her #53102 von Vallie
Hallo Daniela,

nachdem ich nochmal reflektiert habe, was ich im vergangenen Jahr alles versucht habe, ist mir zum Thema Vaginaltampon/ Pessar  etwas eingefallen, was für Dich eventuell interessant sein könnte.
Du hattest geschrieben, dass Du es bereits mit einem Würfelpessar versucht hattest. Und wenn ich es richtig verstehe, wurde Dir von den Vaginaltampon abgeraten wegen der trockenen Schleimhaut?
Um von dem Einmalprodukt Vaginaltampon auf ein Mehrweghilfsmittel umzusteigen, wollte ich es auch mit einem Würfelpessar versuchen. Um die richtige Größe herauszufinden, hatte ich es erstmal mit V.tampons in Würfelform ausprobiert. Größte Muster war 42 mm. Ich hatte es total vergessen, da es auch bei mir überhaupt keine Wirkung hatte u. ich daraufhin die Idee Würfelpessar nicht weiterverfolgt habe. Wobei es natürlich durch die die unterschiedlichen Materialien keinen direkten Vergleich gibt.

Zum Thema trockene Schleimhaut:
Man kann die Vaginaltampons gut mit Gleitgel oder anderem benetzen. Ich benutze aktuell eine Feuchtigkeitslotion ohne Parfumstoffe, es geht aber auch mit hormonfreier Vaginalcreme wie Lactofem.

Wirkung zeigten bei mir nur die großen Größen ab 40 mm Durchmesser.
Mittlerweile nutze ich keine Contam mehr, sondern welche von Recafem, die eine gerillte Oberfläche haben.
In letzter Zeit habe ich sie verstärkt eingesetzt, es ist schon eine immense Erleichterung, wenn es nicht zu so ausgeprägtem Harnverlust kommt.
Aber vielleicht hast Du schon den kleineren Arabin Urethraring und kommst damit zurecht. Das wäre natürlich noch viel besser.

Grüße von Valerie

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
1 Monat 2 Wochen her #53107 von Dasch
Liebe Valerie,

vielen Dank, dass du dir weiterhin Gedanken machst.

Ich habe den kleineren Arabin urethraring bekommen, bin aber ziemlich enttäuscht. Ich habe den Ring erstmal zuhause getestet und so eingesetzt, wie es mit der Arzt gezeigt hat. Beim Niesen kam es trotzdem zum Urinverlust. Nach ca 20 min bekam ich ein starkes druckgefühl im Unterbauch (Blase?). Nach ca. 30 min kam auch in den Leisten und in der nierengegend ein druckgefühl- schmerzen. Ich habe den Ring dann gleich entfernt und bisher nciht nochmals getestet. Ich habe sowohl das Würfelpessar, als auch den Ring mit einer hormoncreme eingesetzt.
Bei meinem nächsten Termin werde ich das auf jeden Fall ansprechen. Ich kann mir nicht erklären, warum es schon nach 20 min zu diesen Druckgefühl kam, Die Blase kann ja so schnell nicht voll werden. 
Ich frage dann auch gleich nochmal wegen vaginaltampons. Aber irgendwie bin ich gerade etwas frustriert und möchte nichts neues mehr ausprobieren.

Liebe Grüße 
Daniela

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Vallie
  • Vallies Avatar
Mehr
1 Monat 2 Wochen her #53111 von Vallie
Hallo Daniela,

ach wie schade, dass auch der kleinere Ring nicht funktioniert. 
Ich kann Deinen Frust total nachvollziehen. Mit jedem Versuch wagt man sich, sich auf den Gedanken einzulassen, dass es doch besser werden könnte.
Und schwups, ist die Hoffnung zerstört.
Als ich mich nach mehreren frustranen Anläufen auf den Beratungstermin für mögliche OPs eingelassen hatte, es auch dort hieß, es kommt nichts in Frage, aber ich könnte es mit so einem Schaumstoffteil probieren, war ich auch semi angetan.
Und dann hat es am Anfang so unglaublich toll geholfen, dass es so aussah, ich könnte ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen einfach loslaufen, hüpfen, müsste mich nicht mehr „wesensfremd" ( also vernünftig, was mir, wenn es um Bewegung geht, überhaupt nicht liegt) verhalten.
Als es sich dann zeigte, dass es manchmal geht, aber halt nicht immer, hat mich das total runtergezogen.
Aber es ist dennoch immer viel besser, als ohne.
Leider ist es auch bei mir nicht ohne unangenehmes Druckgefühl. Jedoch nicht kontinuierlich. Und es gibt bei den Vaginaltampons halt auch nicht diese punktuellen Druckpunkte, wie bei den Würfelpessaren oder dem Urethraring.
Vielleicht kannst Du Dich mit etwas Abstand nochmal auf einen Versuch einlassen. Aber ich verstehe Deinen aktuellen Unwillen nach weiteren Experimenten echt sehr.

Liebe Grüße von Valerie

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
1 Monat 2 Wochen her #53113 von Dasch
Hallo Valerie,
 
vielen Dank für deine aufmunternden Worte.
Mir geht es tatsächlich genauso, wie du es beschrieben hast. Am Anfang dachte ich, dass das sicher schnell wieder verschwindet und vielleicht von einer Blasenentzündung kommt. Erstmal musste ich Ausprobieren, welches Hilfsmittel überhaupt dichthält und verhindert, dass ich auslaufe. Gefühlt habe ich alle Marken und Formen ausprobiert (Pants, Slips, Hüftgurte, Vorlagen) dann aber festgestellt, dass mir kein Modell wirklich passt,  mein Körper hat wohl keine Standardform.
Dann begannen die Untersuchungen. Auch da hatte ich immer noch die Hoffnung, dass es bald wieder besser wird. Ich bekam erstmal das Würfelpessar, da alles auf die Senkungen geschoben wurde. Das Würfelpessar war nicht erfolgreich, und imir wurde eine Senkungs-OP empfohlen. Ich hatte große Hoffnungen, danach wieder kontiinent zu sein. Leidergab es auch durch die Operation keine Besserung. Zusätzlich zur Inkontinenz kam noch Restharn hinzu (ob dieser schon vor der OP in leichterer Form vorhanden war, ist unklar). Zunächst wurde mit einem SPK begonnen, danach der Versuch, dass ich zu festen Zeiten zur Toilette gehe,  aber nichts davon hat geholfen. Restharn und Inkontinenz waren weiterhin dauerhaft vorhanden. Mit dem nächsten Termin beim Urologen kam erneut Hoffnung auf, gleichzeitig war ich aber auch traurig. Ich musste mit dem ISK beginnen. Der Urologe erklärte mir, dass es dadurch nicht mehr oder zumindest deutlich weniger zu Urinverlusten kommen sollte, da die Blase regelmäßig entleert wird. Doch auch das hat nicht funktioniert. Meine Blase entleert sich trotz ISK. Bei einem Wellnesswochenende mit meinem Mann war ich in der Sauna, hatte mich fünf Minuten vorher katheterisiert, trotzdem kam es zum Urinverlust.
Danach habe ich mich auf den Versuch mit dem Urethraring eingelassen. Der erste war zu groß, und auch der jetzige bringt keine Besserung. Jedes Mal hatte ich Hoffnung und habe Energie investiert, nur um wieder enttäuscht zu werden.
Ähnlich geht es mir leider auch mit meinen anderen Erkrankungen: Ich habe schon so viel ausprobiert, aber bisher hat nichts wirklich geholfen.
Aber bis zueinem Termin im Krankenhaus dauert es ja noch 3 Wochen, vielleicht habe ich dann wieder mehr Kraft. vielleicht hilft ein Vaginaltampon tatsächlich besser.
Herzliche Grüße
Daniela
 


Es tut mir leid, dass ich mir hier gerade so viel Frust von der Seele schreibe, dass musste gerade irgendwie raus.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Vallie
  • Vallies Avatar
Mehr
1 Monat 2 Wochen her #53115 von Vallie
Hallo Daniela,

ja, bei meinem persönlichen Jahresrückblick ist mir auch klar geworden, wie viel Energie auf verschiedenen Wegen in jeden neuen Versuch geht. Ich brauche dann auch immer wieder Phasen, in denen ich mich nur minimal damit beschäftige. Ein Gedanke noch: Nachdem ich mich ewig drum gedrückt hatte, war auch bei mir letzten Herbst Östrogencreme für einen kurzen Zeitraum angesagt. Nach der ersten abendlichen Anwendung kam es bei mir direkt am nächsten Tag beim Niesen zu einem ausgeprägten Urinverlust, wie es eigentlich nur zu Anfang der Nervenschädigung der Fall war. Ich hielt es erstmal für wahrscheinlicher, dass es Zufall ist, und der Einsatz war eh begrenzt gedacht. Und so ein Tupfen Creme soll eine solche Auswirkung haben?
Dann habe ich nach zwei Monaten eine einmalige Anwendung (oberhalb Meatus urethrae wegen Hautschäden von ISK, Desinfizieren, Spreizen, whatever, die ich über Monate mit allen möglichen anderen Mittelchen nicht in den Griff bekam) wiederholt: wieder unmittelbar total krasser Urinverlust, Creme daraufhin verbannt.
Zunahme von Inkontinenz durch Östrogenanwendung ist keine angegebene Nebenwirkung. Nachdem es bei mir wiederholt in direktem zeitlichen Zusammenhang auftrat, ist es für mich jetzt definitiv keine Option mehr.

Alles Gute Dir, Valerie
Folgende Benutzer bedankten sich: Dasch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Wochen 3 Tage her #53232 von Dasch
Hallo zusammen, 
ein kleines Update.
Ich  hatte inzwischen den Termin  im Krankenhaus bei meinem Gynäkologen. Da der Urethraring leider nicht die erhoffte Wirkung zeigt, wurde dort ebenfalls vorgeschlagen, erneut bei einem Urologen vorstellig zu werden, um eine Urodynamik mit Blasendruckmessung durchzuführen. Je nach Ergebnis soll dann auch das Thema sakrale Neuromodulation in Betracht gezogen werden. Der Arzt hat erklärt, dass er in der Gynäkologie andere Schwerpunkte bei der urodynamik hat und mit dem Gerät keine richtige Blasendruckmessung gemacht werden kann.
 
Zusätzlich hat meine Frauenärztin noch einen anderen möglichen Einflussfaktor angesprochen: Ich nehme Venlafaxin in relativ hoher Dosierung. Dieses Medikament kann die Blasenfunktion tatsächlich deutlich beeinflussen. Venlafaxin wirkt als Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und kann über die noradrenerge Wirkung den Sympathikotonus erhöhen. Dadurch kann sich der Blasenmuskel (Detrusor) schlechter oder verzögert kontrahieren, während gleichzeitig der Blasenhals bzw. der Sphinkter eher angespannt bleibt.
Das kann insgesamt zu einer erschwerten Blasenentleerung führen, mit vermindertem Harnfluss, verlängertem Miktionsbeginn und entsprechend schlechten Uroflow-Werten, ohne dass zwingend eine mechanische Obstruktion vorliegen muss. In diesem Zusammenhang könnten die auffälligen Uroflow-Ergebnisse also zumindest teilweise medikamentös mitbedingt sein.

Ich werde mich jetzt um einen Termin in der Urologie kümmern, bin  schon gespannt, ob es dann neue Erkenntnisse gibt.
Liebe Grüße 
Daniela
 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • MichaelDah
  • MichaelDahs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Wochen 1 Tag her - 3 Wochen 1 Tag her #53245 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Blasenentleerungsstörung Urodynamik Werte
Hallo Daniela, 

Danke für das update :-). Sag mal - hattest du das Venlafaxin auch schon vor 1,5 Jahren genommen? Wenn nein, dann ist das möglicher weise die Erklärung für die miesen Uroflow Werte bei der letzten Messung… Das Medikament funktioniert ähnlich wie Duloxetin, das bei Frauen als mittel gegen Belastungsinkontinenz verschrieben werden kann. 

Die Frage ist warum du das Medikament nimmst. Wenn es z.B. wegen einer Angstörungen ist, kann man ggf. zusammen mit dem Neurologen / Psychiater überlegen ob auf ein anderes Medikament umgestellt werden kann, das diesen Effekt nicht hat. Eigentlich müsste Venlafaxin da schon besser als Duloxetin sein aber möglicher weise funktioniert ein SSRI in dem Fall noch besser als SNRI. Da würde ich auf jeden Fall beim Arzt nachfragen.

Aus urologischer Sicht macht es wenig Sinn so ein Mittel zu nehmen wenn es keine signifikante Verbesserung bei der Belastungsinkontinenz bewirkt und statt dessen dazu führt, dass es eine Restharnproblematik gibt die ggf. mittels ISK gelöst werden muss. Das gilt auch - wenn man versucht damit quasi „zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“.
Wenn keine echte Verbesserung bei der Belastungsinkontinenz erzielt werden kann sondern sich die urologische Problematik dadurch verschlechtert sollte man auf jeden Fall das Gespräch mit demjenigen suchen, der das Mittel verschrieben hat und ihm das Problem erklären.

Liebe Grüße
Michael

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Dasch
  • Daschs Avatar Autor
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Wochen 1 Tag her #53246 von Dasch
Lieber Michael,

das Venlafaxin nehme ich "erst" seit Juni `25. Davor gab es ein Versuch mit Escitalopram (SSRI). Zusätzlich nehme ich Elvanse. 

Ich nehme es aufrgrund meiner anderen Erkrankungen, nicht aus Urologischer Sicht.

Ich hatte am Freitag einen Termin bei meinem Arzt, auch wenn es die Blasenentleerungsstörung evtl. verstärkt, ist die Fortführung des Medikamentes im Moment wichtiger als die Blase. Mehr möchte ich hier öffentlich nicht dazu schreiben. 

Herzliche Grüße 
Daniela

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • MichaelDah
  • MichaelDahs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Wochen 19 Stunden her - 3 Wochen 17 Stunden her #53250 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Blasenentleerungsstörung Urodynamik Werte
Liebe Daniela,

Keine Sorge - das währe hier auch nicht das richtige Forum für solche Fragestellungen :-)… Allerdings hat die Sache tatsächlich auch eine urologische Komponente, die hier möglicherweise auch für die Genese deiner urologischen Störung relevant ist:

Während SSRI‘s tendenziell eine Dranginkontinenz begünstigen wirken SNRI‘s eher Tonusverstärkend im Bereich des Beckenbodens - weshalb sie teilweise auch zur Therapie der Belastungsinkontinenz eingesetzt werden.

Wenn du zuerst mit SSRI‘s angefangen hast, würde ich an deiner Stelle nochmal über den zeitlichen Ablauf nachdenken. Du hattest ja - wenn ich das richtig erinnere - anfangs „nur“ eine Belastungsinkontinenz - dann kam die Dranginkontinenz dazu. Wenn das einsetzen der Dranginko mit dem Beginn der SSRI Therapie zusammenfallen sollte, hast du möglicherweise einen Grund für das Problem gefunden - vor allem wenn die Dranginko nach Umstellung auf SNRI‘s besser geworden ist.

Warum sie nach dem absetzen der SSRI’s nicht wieder komplett verschwunden ist bleibt unklar - aber wenn das ungefähr hinkommt hätte man auf jeden Fall noch mal einen neuen Ansatz den man langfristig verfolgen könnte.

P.S: Venlafaxin und Elvanse sind schon eine ziemlich heftige und nicht ungefährliche Kombination…

Viele Grüße
Michael

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.476 Sekunden

Sie sind nicht allein! Besucher: Heute 1.632 | Gestern 4.109 | Monat 95.717 | Insgesamt 11.807.435