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Beckenbodentraining verstärkt oder löst Inkontinenz aus

24 Sep 2008 12:06 #1 von Chris
Hallo DC Schacht,

ich hatte das Vergnügen in einer Krankenpflegeschule über "die Innenansichten eines Betroffenen" referieren zu dürfen. In dem Zusammenhang wurde von den Krankenpflegeschülern/innen, bestätigt von der Lehrkraft angemerkt, dass der unterrichtende Urologe zum Thema Beckenbodentraining sagte:

Beckenbodentraining kann eine beginnende Inkontinenz verstärken oder zu einer Inkontinenz führen.

Diese Aussage erscheint mir doch sehr fragwürdig. Daraufhin habe ich nachgehakt und es stellte sich heraus, dass sich die Aussage wohl zum Teil darauf bezog, dass einige Personen versuchen, bei beginnendem Harndrang noch eine Weile einzuhalten und das dass als Beckenbodentraining bezeichnet wurde.

Mich interessiert nun:

1. kann durch geeignetes (unter Anleitung) Muskeltraining des Beckenbodens als Nebenwirkung auch eine Inkontinenz verstärkt oder ausgelöst werden ?

2. gibt es ggf. wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema, die solch eine Aussage belegen oder wiederlegen ?

3. Was sage ich in solchen Fällen am Besten ?

Ich habe mich versucht mit Argumenten aus der Affäre zu ziehen, indem ich darauf aufmerksam gemacht habe, dass diese Methode (einhalten) nicht die Gängige ist und habe über die Anatomie Wege aufgezeigt, den "Doppelacht" Muskelstrang zu identifizieren und zu trainieren. Um aber auch die Lehrkraft zu überzeugen sollte ich "objektives Material" nachliefern. Ich selbst halte diese Aussage, so wie sie bei den Schülern ankam für fatal. Wenn dann eine Frau nach der Entbindung leichte Probleme hat, die mit passendem Beckenbodentraining behoben werden könnten und von der Pflege ein solcher Hinwies kommt, was soll die arme Frau glauben??

Besten Dank

Chris

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26 Sep 2008 17:16 #2 von Konny
Entschuldigt, daß ich mich hier kurz einklinke, aber als Frau, die geboren hat und Beckenbodentraining gemacht und gleich ganz am Anfang gnadenlos übertrieben hat, muß ich zu diesem Satz etwas anmerken:

1. kann durch geeignetes (unter Anleitung) Muskeltraining des Beckenbodens als Nebenwirkung auch eine Inkontinenz verstärkt oder ausgelöst werden ?


Es kann tatsächlich in diesen Muskelsträngen auch ein Muskelkater auftreten, der über kurze Zeit Inkontinenz verstärken oder auslösen kann. Allerdings geht der wieder vorbei, die Inkontinenz ist nicht dauerhaft, sondern nur vorübergehend.
Danach sollte das Training moderater fortgesetzt und die Anforderungen langsam gesteigert werden :wink:

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26 Sep 2008 23:39 #3 von eckhard11
Man muß nur dranbleiben und auf gar keinen Fall aufgeben!
Vor allem der Kopf muß mitmachen !! Die Muskeln sind ja vorhanden.....
Und bitte keinesfalls annehmen, nach drei Wochen wäre die Sache gegessen !!
Je nach Trainingsintensität sollte eine Besserung nach drei bis vier Monaten zu erwarten sein

Mir war nach der OP angeraten worden, dieses Programm anfangs sogar dreimal täglich durchzuführen ( was ich auch tat )
Dann aber hatte ich wohl einen Muskelkater, auf jeden Fall tat mir alles unterhalb des Bauchnabels weh und ich konnte überhaupt keinen Harn mehr halten.
Mich schmerzten Muskeln, von denen ich gar nicht wußte, daß ich sie hatte.....
Andererseits ist der Beckenboden bei uns Normalbürgern ja doch sehr untrainiert, sodaß zumindestens ein Anfang geschaffen werden mußte.

Danach habe ich nur noch einmal am Tag trainiert.


Auszug aus meinem Beitrag : "Beckenbodentraining"
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/ ... .php?t=732

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29 Sep 2008 12:12 #4 von Chris
Hallo,

nur noch mal zur Klarstellung:

ich war reichlich entsetzt über die Darstellung! Bei den Schülern/innen und beim anwesenden Lehrer hatte sich die Sache so verfestigt, als wenn Beckenbodentraining nicht Zielführend ist, ja sogar Inko auslösen kann. Nach meiner festen Überzeugung ist das gelinde gesagt Quatsch, aber daher die Frage an DC Schacht, da ich vor Ort noch Rede und Antwort stehen möchte und das möglichst mit Literaturstellen etc. unterlegen möchte.

machts gut

Chris

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01 Okt 2008 15:53 #5 von dcschacht
Hallo Chris,

leider kann ich nicht mit wissenschaftlichen Studien dienen.

Beckenbodentraining oder Gymnastik kann Inkontinenz auslösen oder verstärken und Zwar wenn die Ursache keine reine Belastungsinkontinenz ist. Unumstritten hilft Beckenbodentraining bei Belastungs-ehemals Stressinkontinenz. Anwendungsstudien von Inkontinenz OP´s, Elektrostimulation oder Medikamente wie Yentreve weisen eindeutig darauf hin, dass Therapie + Beckenbodengymnastik immer besser ist als Einzeltherapie - wie auch immer geartet.

Bei Inkontinenz auf dem Boden einer Blasenentleerungsstörung mit unvollständiger oder behinderter Blasenentleerung z.B. Detrusor-Shinkter-Dyskoordination muss eine Entspannung der Beckenbodenmuskulatur erfolgen z.B. über Biofeedback Training. In diesem Fall wäre Anspannnung kontraproduktiv. Dies sind aber Einzelfälle, die im Vorfeld durch die Diagnostik erkannt oder ausgeschlossen werden muss.
Deshalb macht bei Inkontinenz eine komplexe fachkundige Diagnostik Sinn. - Wie bei jeder Therapie: Die Indikation muss stimmen!

Gruss dcschacht

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05 Okt 2008 16:39 #6 von Chris
Hallo DC Schacht,

besten Dank für die klare Information. Ich werde Ihre Antwort, sowie meine Fragen an das Lehrpersonal weiterleiten. Hoffentlich kann so die Verwirrung ein wenig Aufgeklärt werden.

Dass eine ausführliche Diagnostik bei Inkontinenz immer erfolgen muss sollte selbstverständlich sein und wir von uns hier ja auch immer propagiert.

Nochmals Danke

Chris

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