Frage Intravesikale Elektrostimulation (IVES)
das ganz System krankt. Deine Therapie kostet mit Sicherheit einige hundert, wenn nicht sogar tausende Euro. Aber wegen zwei, drei Euro Mehrkosten pro Katheter bricht das österreischiche Gesundheitssystem zusammen.
Wenn deine Harnröhre dann alle sechs Monate geschlitzt werden müsste, weil sich immer wieder neue Vernarbungen durch die Verletzungen einstellen, wird es richtig teuer. Potentiell zukünftige Kosten scheinen aber niemals eine Rolle im Kostenplan der Kassen zu spielen. Die werden dann halt gezahlt, was solls.
Meine Angst vor dem Selbstkathterisieren basierte auf einem einzigen Grund. Ich hatte eine Urodynamische Untersuchung. Dabei wurde ein messerscharfer Plastikkatheter (gut, ist Jahre her) in die Harnröhre eingeführt. Natürlich kam es zu Mikroverletzungen und folgenden Schmerz einige Tage lang.
Als sich die Alternative Selbstkatheterismus stellte, habe ich mich natürlich sofort an diese negative Erfahrungen erinnert. Das moderne Katheter zum Selbstkatheterisieren ganz anderen Standarts entsprechen wissen wir, jetzt! Vorher hatte ich aber die Vorstellung von fünf Mal täglich Schmerz.
Weder die Entwickler noch die Kostenträger haben sich wahrscheinlich jemals so einen Katheter selbst durch die Harnröhre geschoben. Genau deshalb sind die Produkte dann wie sie sind.
Matti
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Ano
-
- Für jede Schwierigkeit gibt es eine Lösung.
- Beiträge: 1918
- Dank erhalten: 889
Weißt du Johannes,
das ganz System krankt. Deine Therapie kostet mit Sicherheit einige hundert, wenn nicht sogar tausende Euro. Aber wegen zwei, drei Euro Mehrkosten pro Katheter bricht das österreischiche Gesundheitssystem zusammen.
Wenn deine Harnröhre dann alle sechs Monate geschlitzt werden müsste, weil sich immer wieder neue Vernarbungen durch die Verletzungen einstellen, wird es richtig teuer. Potentiell zukünftige Kosten scheinen aber niemals eine Rolle im Kostenplan der Kassen zu spielen. Die werden dann halt gezahlt, was solls.
Auch unser Gesundheitssystem bricht dann zusammen, nicht nur das österreichische ...
Ähnliches Beispiel bei mir:
Hautkrebsvorsorge wird ab einem bestimmten Alter alle 2 Jahre als Vorsorgeleistung von der Kasse bezahlt.
Nun fand damals mein Hautarzt mehrere "auffällige kleine Muttermale", die er entfernt hat.
Bei der labortechnischen Untersuchung stellte sich heraus, dass sie allesamt in der Vorstufe zum schwarzen Hautkrebs waren. Das bedeutete, wäre ich ein halbes Jahr später gekommen, hätte ich vermutlich schwarzen Hautkrebs gehabt.
Aus diesem Grund muss ich nun halbjährlich zum Hautkrebs-Check gehen und jedes Mal findet mein Arzt wieder solche Muttermale und jedes Mal sind sie im gleichen besorgniserregenden Zustand.
Obwohl das medizinisch begründet ist, zahlt die Krankenkasse diese halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen NICHT. Ich muss das aus der eigenen Tasche finanzieren, wenn mir mein weiteres Leben das wert ist.
Erst, wenn ich endlich an schwarzem Hautkrebs erkrankt bin, dann zahlen sie ...
Man kann sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen bei so viel zwanghaftem, blödsinnigem, unsinnigem und unverantwortlichem Sparverhalten der Krankenkassen!
LG, Ano
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
derlei Beispiele gibt es zu hauf. Ich will Johannes Thema nicht kapern, aber irgendwie bleiben wir ja schon beim Thema.
Meine Mutter (Gebärmutterkrebs und Lungentumor) geht nach langem und guten Zureden nun regelmässig zur Mammographie. Es mag vielleicht ein wenig seltsam klingen, aber die Untersuchung findet zumeist auf einem Supermarktparkplatz in einem großen LKW statt. Dieser nennt sich Mammographie Truck, ist von der Uni Gießen / Marburg, und enthält ein sehr modernes Untersuchungsmodul.
Siehe: www.google.de/search?q=mammographie+truc...M3agqAB&ved=0CCcQsAQ
Was glaubst du wie viele Frauen die Hemmungen dadurch genommen werden, weil sie nicht in diesen Klinikmoloch mussten (gut, vielleicht erzeugt es auch manchmal welche). Aber egal.
Alle zwei Jahre wurde meine Mutter nun schriftlich eingeladen und der Standort des Trucks mitgeteilt.
Seit sie 65 ist kann sie diese Methode aber nicht mehr wahr nehmen, weil im Truck nur Frauen bis zum 65 Lebensjahr untersucht werden. Niemand konnte bislang diesen Irrsinn erklären. Folge: Meine Mutter glänzte bei der letzten Mammographie durch Abwesenheit (mittlerweile aber in KH nachgeholt).
Matti
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Ano
-
- Für jede Schwierigkeit gibt es eine Lösung.
- Beiträge: 1918
- Dank erhalten: 889
Alle zwei Jahre wurde meine Mutter nun schriftlich eingeladen und der Standort des Trucks mitgeteilt.
Seit sie 65 ist kann sie diese Methode aber nicht mehr wahr nehmen, weil im Truck nur Frauen bis zum 65 Lebensjahr untersucht werden. Niemand konnte bislang diesen Irrsinn erklären. Folge: Meine Mutter glänzte bei der letzten Mammographie durch Abwesenheit (mittlerweile aber in KH nachgeholt).
Waaas ??? Ab 65 Jahren darf man da nicht mehr mitmachen ???
Kann ich ab 65 etwa keinen Brustkrebs mehr bekommen ???
Was für ein ausgegorener Schwachsinn !!!!
Ich gehe auch zu diesem Mammographie-Screening - läuft bei uns genauso ab und ich finde es recht praktisch, da dieser Mammo-Truck direkt in der Stadtmitte auf einem Riesenparkplatz steht, während die Klinik etwas außerhalb ist und man dort quasi keinen Parkplatz bekommt.
Sauerei, das Ganze !
Vermutlich steckt die marode Rentenversicherung dahinter. Wer früher stirbt, ist ja keine Kostenstelle mehr.
LG, Ano
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
da hast du mich missverstanden. Das Screening ist nach wie vor möglich, aber nicht mehr in diesem Truck, sondern nur noch in der Klinik. Mobil nur bis 65, weil man ab 65 ja zumeist an Mobilität gewinnt. Was für ein Irrsinn alles.
Niemand konnte bislang erklären, warum man mit 64 den bequemen Weg in den Truck finden kann und mit beispielsweise 66 Jahren diesen nicht mehr aufsuchen darf und einen Termin in der Klink ausmachen muss.
Matti
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Pamwhy
-
- Beiträge: 1338
- Dank erhalten: 460
vielleicht haben die Betreiber Angst, dass du ab 65 nicht mehr ohne Probleme die Treppen in den Truck hoch und runter kommst und nur noch ein "Lifting" (
edit: Ich habe gerade in einem Artikel gesehen, dass in Linz, Höchstalter sogar 69 Jahre beträgt. Habe jetzt noch etwas weitergegoogelt, ab 70 wird die Mammographie nicht mehr als Vorsorge angeboten, da statistisch gesehen, danach das Risiko zu erkranken abnimmt....
Bis dann und ganz....
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
die haben keine Skrupel einen Rollstuhlfahrer auf ein MRT hüpfen zu lassen, was technisch eine Höhe besitzt die kein sitzender Mensch einfach überwinden kann.
Matti
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Johannes1956
-
Autor - Vereinsmitglied
- Beiträge: 1464
- Dank erhalten: 850
Keine Sorge, mein Thema hier zu "kapern"! Denn meine Therapie und alle Geschichten mit Ärzten und Kasse darum herum, da könnte ich noch viel mehr erzählen, ist, wie bei den meisten anderen Geschichten, die ihr hier erzählt, symptomatisch für unser Gesundheitssystem.
Und da liegen Deutschland und Österreich und viele andere Länder nicht weit auseinander, obwohl wir hier in Europa ja durchaus noch gesegnet sind.
Bezeichnend ist, dass wir es Gesundheitssystem nennen, aber Krankenkasse. Wir sprechen von Vorsorgeuntersuchungen, bezahlt werden die aber oft gar nicht oder nur, wenn man schon krank ist. Trotz aller Sparmaßnahmen bei den Krankenkassen steuert das System in Unfinanzierbarkeit.
Ein Teil dessen liegt auch daran, dass vorwiegend auf die Primärkosten geschaut wird und Folgekosten nicht mit einkalkuliert werden, weil sie nicht einfach und nicht so transparent kalkuliert werden können. Der andere Umstand ist, dass der Parameter Lebenslänge immer noch viel stärker bewertet wird als Lebensqualität. Das ist aber auch ein gesellschaftliches Problem.
Was ich derzeit auch erlebe ist, dass man als Patient, trotz aller technischer Weiterentwicklungen, oder vielleicht auch deswegen, zwischen Ärzten, die in gut florierenden Privatpraxen arbeiten und gleichzeitig als Spitalsärzte dort keine Zeit für den Patienten haben und in ihren Privatpraxen nur die Leistungen erbringen, die ihnen möglichst viel Geld einbringen, und Spital hin- und hergeschoben wird und in Anbetracht der Übertechnisierung eines auf der Strecke bleibt: der Mensch und das ärztliche Gespräch.
Es gibt natürlich eine Bandbreite und auch sehr gute Ärzte, die sich genau diese Zeit nehmen. Mein Neurologe sei hier erwähnt, mein praktischer Arzt. Die vielen Urologen, die ich kennenlernen durfte, habe ich allerdings als Getriebene ihrer Erwerbstätigkeit erlebt und dabei steht die chirurgische Tätigkeit im Vordergrund. Was geschnitten werden kann, kann gesehen werden und dadurch wird es als Handwerkstätigkeit auch von den Krankenkassen gut honoriert.
Ich schreibe das alles auch in vollem Bewusstsein öffentlich, da dies zu meiner persönlichen Meinungsfreiheit zählt, die ich auch jederzeit öffentlich vertrete. Hier kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, dass jemand, der sich Je Sui.. auf die Fahnen heftet, damit ein Problem hat. Ich kann es insofern verstehen, dass sie nicht die selbst Betroffene ist, sondern ihre Meinung für jemanden anderen formuliert hat, der dazu nicht selbst Stellung nehmen kann. Ich würde hier im Forum auch nicht ohne Zustimmung meiner Frau darüber schreiben, dass ihr Arzt dies und jenes schlecht gemacht hätte.
Das am Rande. Ich setzte meine ives Therapie trotz aller Widrigkeiten fort, muss aber feststellen, dass meine Fähigkeit, spontan zu urinieren wieder stark abgenommen hat. Das Gleitmittel kann es also nicht gewesen sein, denn seit ich Endosgel verwende, habe ich damit und mit dem Katheter und der Harnröhre gar kein Problem mehr. Es ist alles schmerzfrei, trotzdem ist nach der gestrigen Behandlung der Harndrang zwar da, aber ich kann die Blase kaum entleeren. Heute in der Früh nach ein paar Tröpfchen und insgesamt 100 ml dann noch satte 500ml Restharn. Das hatte ich vor der Therapie nie.
Es scheint also momentan sehr kontraproduktiv. Ich werde am Montag das behandelnde Spital aufsuchen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Das Problem dabei ist, dass sich der behandelnde Urologe und das Spital zerstritten haben und der Urologe sich in seine Luxus Praxis zurückgezogen hat und nur noch das macht, was ihm von der Krankenkasse Geld bringt (siehe oben). Und ives gehört nicht dazu. Habe aber jetzt keine besondere Lust, mit einer begonnenen Therapie nach Innsbruck zu fahren, die hätten wohl auch keine Freude mit mir.
Alles doof.
Johannes
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Sydney
-
- Vereinsmitglied
- Beiträge: 103
- Dank erhalten: 39
ist ja wirklich doof, dass die Behandlung nicht so anschlägt wie erhofft. Auch noch das Pech mit dem Kathetergel und anderen Widrigkeiten. Schaut so aus als steckt das ganze IVES noch in den Kinderschuhen?
Trotzdem würde ich nicht abbrechen ohne Abstimmung mit den Ärzten, außer es wird zur Tortur. Manchmal dauert es halt, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.
Alles Gute
Sydney
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Johannes1956
-
Autor - Vereinsmitglied
- Beiträge: 1464
- Dank erhalten: 850
Danke für Deine Rückmeldung. Ich mach jetzt weiter und nehme am Montag Kontakt mit dem behandelnden Spital auf. Mal sehen, was die sagen. Kann mir ja derzeit mit ISK helfen, aber es ist einfach doof, wenn es mit der Therapie schlechter wird, als es vorher war, da macht man sich schon so seine Gedanken.
LG
Johannes
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.